SPARTACUS Gay Travel Index 2026

Zwischen Fortschritt und Backlash

Polen ist Aufsteiger des Jahres während die sich USA tief gespalten zeigen. Island ist das LGBTQIA+-freundlichste Reiseland der Welt.

Der aktualisierte SPARTACUS Gay Travel Index, präsentiert von Booking.com und dessen Initiative Travel Proud, gibt einen Überblick über die Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen, asexuellen sowie queeren Menschen (LGBTQIA+) in insgesamt 217 Ländern und Regionen. Angeführt wird der Index 2026 von Island, gefolgt von Malta und Spanien auf Rang 2 sowie Belgien, Kanada, Deutschland und Portugal auf Rang 4. Während Polen und Nepal ihre Platzierungen deutlich verbessern konnten, verschlechtern sich Länder wie Irak, Südsudan und Turkmenistan.

Eine Gruppe von Ländern (vor allem in Europa und in Teilen Lateinamerikas) kann sich durch progressive Gesetzgebung – insbesondere im Bereich der Selbstbestimmungsrechte für Trans-Personen – verbessern, andere fallen auf Grund einer Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas oder sogar der physischen Gefährdungslage zurück. Auffällig ist, dass die gesellschaftliche Akzeptanz („Locals Hostile“) selbst in liberalen Vorreiterstaaten wie Kanada, Australien oder Dänemark unter Druck gerät und diese im Ranking verlieren – auch, weil die Spitzengruppe immer dichter beieinander liegt.

Die Gewinner: Polen und Nepal

Größter Aufsteiger ist Polen das sich mit einem Plus von sechs Punkten von Rang 118 auf Rang 59 vorrückt. Nach politischen Veränderungen verbessern sich insbesondere Trans-Rechte, der Schutz vor staatlicher Repression sowie das gesellschaftliche Umfeld spürbar. Auch Nepal entwickelt sich positiv: Mit der Einführung von Self-ID-Verfahren für Trans-Personen und wachsender gesellschaftlicher Toleranz gewinnt das Land deutlich an Attraktivität für queere Reisende. Das Land am Himalaya ist nun auf Rang 32 zu finden und verbessert sich um 21 Plätze.

Die Verlierer: Irak, Südsudan und Turkmenistan

Demgegenüber stehen klare Rückschritte. Irak, Südsudan und Turkmenistan verlieren jeweils drei Punkte und rutschen im Ranking auf die Plätze 208 bzw. 202. Berichte über zunehmende Gewalt und staatliche Repression verschärfen die Risikobewertung. Auch in Teilen Westeuropas und Ozeaniens zeigt sich ein negativer Trend: Länder wie Kanada, Australien oder Dänemark verlieren Punkte in der Kategorie „Locals Hostile, da Umfragewerte zur gesellschaftlichen Akzeptanz von LGBTQIA+-Personen sinken. Ein zentrales Muster 2026 ist damit die Diskrepanz zwischen stabilen oder verbesserten Gesetzen und einem rauer werdenden gesellschaftlichen Klima. Auf den letzten Plätzen des SPARTACUS GAY TRAVEL INDEX 2026 liegen Afghanistan, Tschetschenien, Saudi Arabien, Iran und Yemen.

Tiefe Spaltung in den USA

Ein besonderer Fokus liegt 2026 auf den USA. Das Land zeigt sich tief gespalten. LiberaleBundesstaaten wie Delaware, Rhode Island und Michigan bauen Antidiskriminierungsschutz und rechtliche Gleichstellung weiter aus und verbessern sich im Ranking deutlich; Delaware schafft etwa die sogenannte „Gay/Trans Panic Defense“ ab. Gleichzeitig verschärfen konservativeStaaten wie Idaho ihre Gesetzgebung erheblich. Zensurmaßnahmen, Einschränkungen medizinischer Versorgung für Trans-Personen sowie die Blockade oder Abschaffung einer dritten Geschlechtsoption prägen dort die Entwicklung. Für Reisende bedeutet das: Zwischen einem „Safe State“ und einem feindseligen Umfeld kann nur eine Bundesstaatsgrenze liegen. Während New York State, Kalifornien und Nevada die Liste der LGBTQIA+-freundlichsten Bundesstaaten anführen, bildet Tennessee das Schlusslicht.

Der SPARTACUS Gay Travel Index 2026 ist ab sofort als Download verfügbar. Zwei interaktive Karten laden zusätzlich zum anschaulichen Vergleich der Werte mit den Vorjahren ein: https://spartacus.travel/blog/spartacus-gay-travel-index

ÜBER DEN INDEX

Der jährlich aktualisierte SPARTACUS Gay Travel Index informiert Reisende über die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen, Asexullen sowie queeren Personen (LGBTQIA+) in insgesamt 217 Ländern und Regionen. Der US-Index gibt Auskunft über die fünfzig Bundesstaaten der USA sowie den District of Columbia. Beide Indizes bilden die Situation der rechtlichen Lage und Entwicklung des Jahres 2025 ab. Die Bewertungskriterien werden laufend verfeinert, um der Sichtbarkeit eines größeren Spektrums der queeren Community gerecht zu werden. So werden die Rechte von Intersexuellen bzw. eine dritte Geschlechtsoption ebenso bewertet wie der begrüßenswerte Fakt, dass Konversionsverfahren von immer mehr Ländern verboten werden. Die Rubrik „Gay-Marketing“ unterstreicht die wachsende Bedeutung eines zielgruppengerechten Tourismus für queere Reisende.

Der SPARTACUS Gay Travel Index versucht, einen Ausgleich zwischen den Rechten der lokalen LGBTQIA+-Community und den Ansprüchen queerer Urlauber herzustellen. Im Fokus stehen sowohl die Sicherheit queerer Menschen im jeweiligen Land als auch die Erhöhung der Sichtbarkeit von Missständen. Wir sind überzeugt davon, dass es Urlauber gibt, die sich für Länder entscheiden, in denen die Community ein akzeptierter und geliebter Teil der Gesellschaft ist. Ebenso gibt es aber auch Urlauber, die bewusst eine Reise in ein Land auf sich nehmen wollen, um mit der unterdrückten örtlichen Queer-Community in einen Dialog treten zu können. Der Index soll beiden Haltungen eine valide Bewertungsgrundlage für eine Entscheidung bieten. Bei der Erstellung wurden verschiedene Quellen wie equaldex.comilga.orgtransrespect.org und frei zugängliche Portale von NGOs wie Human Rights Watch und Regierungsorganisationen

ÜBER SPARTACUS

SPARTACUS ist eine der ältesten und weltweit bekanntesten Marken für die internationale LGBTQIA+-Reise-Community. Der SPARTACUS International Gay Guide erschien erstmals 1970 und ist seit 2011 als App erhältlich. Diese bietet aktuell über 20.000 relevante Adressen in 126 Ländern. Das Reisemagazin SPARTACUS Traveler informiert seit 2006 mit Reportagen und Nachrichten über aktuelle Trends deutschsprachige LGBTQIA+-Reisende. Seit 2012 erscheint im zeitlichen Umfeld der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) der jährlich aktualisierte SPARTACUS Gay Travel Index und informiert Reisende über die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender sowie queeren Personen (LGBTQIA+) in insgesamt 217 Ländern und Regionen. www.spartacus.travel

ÜBER BOOKING.COM

Booking.com gehört zu Booking Holdings Inc. (NASDAQ: BKNG) und hat es sich zur Mission gemacht, es für alle einfacher zu machen, die Welt zu erleben. Durch Investitionen inTechnologie, um Reisen reibungsloser zu gestalten, verbindet der Marktplatz von Booking.com nahtlos jeden Tag Millionen von Reisenden mit unvergesslichen Erlebnissen. Für weitere Informationen folgen Sie @bookingcom in den sozialen Medien oder besuchen Sie globalnews.booking.com.

ÜBER TRAVEL PROUD

Seit seiner Einführung im Jahr 2021 bietet das Travel Proud-Programm von Booking.com kostenlose Trainings für Unterkünfte an, um ihnen zu helfen, ein besseres Verständnis für die spezifischen Herausforderungen zu entwickeln, mit denen LGBTQIA+-Reisende konfrontiert sind. Sie erfahren, was getan werden kann, damit sich alle Gäste willkommener fühlen, unabhängig davon, woher sie kommen, wen sie lieben oder wie sie sich identifizieren. Das Training ist auf Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch, brasilianischem Portugiesisch, Kroatisch, Japanisch, Griechisch, europäischem Portugiesisch und Thai verfügbar. Die Trainings werden regelmäßig angeboten. Mittlerweile gibt es weltweit über 135.000 Travel-Proud-Unterkünfte auf Booking.com in mehr als 160 Ländern sowie Gebieten und in über 19.000 Reisezielen.