The Outing
Irland, Liebe und ein wenig Magie: wo queeres Matchmaking lebendig wird
Warum „The Outing“ eines der einzigartigsten LGBTQ+-Festivals Europas ist und sich meine Reise mehr als gelohnt hat
Ich gebe es zu: Für gute Geschichten nehme ich auch mal einen längeren Weg auf mich. Drei Stunden Flug – und anschließend noch einmal gut drei Stunden im Auto quer durch Irland. Doch schon während der Fahrt wusste ich: Diese Reise würde sich lohnen.
Irland empfing mich mit genau dem, was man sich erträumt: sattgrüne Hügel, raue Küsten, kleine charmante Orte und dieses ganz besondere Licht, das Landschaften fast magisch wirken lässt. Spätestens als ich am nächsten Tag an den berühmten Cliffs of Moher stand und den Atlantik unter mir tosen sah, war klar – dieses Land hat eine Seele.
Ankommen im Herzen des Westens
Mein Ziel lag im County Clare, genauer gesagt in Ennis, am Rande des Wild Atlantic Way. Dort fand vom 13. bis 15. Februar 2026 – am Valentinstagswochenende – das Festival „The Outing“ statt. Die Location: das traditionsreiche Treacy’s West County Hotel, ein lebendiger Treffpunkt und zugleich eines der größten Entertainment-Hotels der Region.
Schon bei meiner Ankunft spürte ich diese besondere Atmosphäre. Menschen aus ganz Europa, offen, neugierig, voller Energie. Hier ging es nicht nur ums Feiern – sondern ums Begegnen.
Mehr als ein Festival: Begegnungen, Emotionen und jede Menge Unterhaltung
„The Outing“ ist kein gewöhnliches Event. Es ist das weltweit einzige LGBTQ+ Matchmaking-Festival – eine einzigartige Mischung aus Dating, Kultur und Community-Erlebnis.
Was mich besonders begeistert hat: die Vielfalt des Programms:
• Speed-Dating & Blind-Date-Shows, moderiert von dem legendären Matchmaker Eddie McGuinness
• Drag Brunches mit Humor, Glamour und großartigen Performances
• Live-Musik, Shows und Partys – von traditionellen irischen Sessions bis zu internationalen Acts
• Disco-Nächte, bei denen wirklich niemand stillstehen konnte – hier wurde gelacht, getanzt, geflirtet – und ja, auch verkuppelt
Die besondere Magie: Menschen kennenlernen
Was dieses Festival so besonders macht, ist nicht nur das Programm – sondern die Menschen. Viele reisen allein an. Und genau das ist der Punkt: Man kommt automatisch ins Gespräch. Beim Frühstück, beim Tanzen, beim nächsten Drink. Niemand bleibt lange fremd. Offenheit ist hier keine Floskel, sondern gelebte Realität. Ich habe selten ein Event erlebt, bei dem es so leicht war, neue Kontakte zu knüpfen – ganz ohne Druck, aber mit viel Herzlichkeit.
Matchmaking auf Irisch – Tradition trifft Moderne
Irland hat eine jahrhundertealte Matchmaking-Tradition. Schon lange bevor es Dating-Apps gab, brachten sogenannte Matchmaker Menschen zusammen – besonders in ländlichen Regionen. Mit „The Outing“ wurde diese Tradition neu gedacht: inklusiv, modern, queer.
Hier trifft Geschichte auf Gegenwart. Klassisches Verkuppeln wird mit Pride-Kultur, Vielfalt und Selbstbestimmung kombiniert. Das Ergebnis: ein einzigartiges Event, das weit über Dating hinausgeht und echte Verbindungen schafft.
Mein Fazit
Diese Reise war mehr als nur ein beruflicher Auftrag. Sie war ein Erlebnis. Irland hat mich nicht nur mit seiner Landschaft begeistert, sondern auch mit seiner Offenheit und Herzlichkeit. „The Outing“ ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich begegnen – und manchmal vielleicht sogar finden.
Und ich? Ich würde die drei Stunden Flug und die drei Stunden Autofahrt jederzeit wieder auf mich nehmen. Klaus Frimmel-Walser
Fotos: © Klaus Frimmel-Walser | www.blackboxxx.eu










