Im Gespräch mit Ursli Pfister

Ursli Pfister bringt mit „Peggy March, Frau Huggenberger und ich“ eine sehr persönliche Produktion auf die Bühne

Hallo Christoph (aka Ursli), es freut mich sehr, dass ich wieder Gelegenheit zu einem Gespräch haben. Im Mittelpunkt steht diesmal eure neue Produktion „Peggy March, Frau Huggenberger und ich“. Die Premiere findet ja bereits im April in Berlin statt. Besonders freut es uns, dass ihr anschließend vom 28. bis 30. Mai nach Wien ins Metropol kommt – ein Haus, das für sein traditionsreiches und zugleich modernes Unterhaltungstheater bekannt ist.

Wien gilt ja seit jeher als Stadt mit großer Liebe zur Musik, zum Kabarett und zur gepflegten Unterhaltung. Deshalb sind viele hier besonders gespannt auf eure neue Produktion.

Freust du dich schon auf Wien und auf das Wiener Publikum?

Ja, sehr. Es ist leider schon eine Weile her, dass wir zuletzt in Wien gespielt haben, ich glaube, das war im Frühling 2023 mit „Relaxez-Vous“, also vor bald drei Jahre, ui! Wir sind immer sehr gern in Wien zu Gast, das Wiener Publikum ist immer etwas besonderes für uns. Außerdem habe ich einige sehr gute und liebe Freunde in Wien, die ich von Berlin aus nicht so ohne weiteres mal eben schnell sehen kann. Ich freue mich auf die Begegnungen mit ihnen, auf die Vorstellungen im Metropol natürlich und auf die Stadt.

Die neue Produktion

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher bei eurer neuen Show „Peggy March, Frau Huggenberger und ich“? Kannst du uns einen kleinen Einblick geben, welche musikalischen, humorvollen oder vielleicht auch überraschenden Momente das Publikum erwarten dürfen?

Ich hatte die Idee zu dem Programm, als es mit „So, als ob du schwebtest“, unserer Show über Cindy & Bert zu Ende ging, im Dezember 2021 war das. Diese Show war riesig, mit einem gigantischen Bühnenbild und 14 Personen auf der Bühne, so dass wir damit gar nicht auf Tour gehen konnten und sie nur in Berlin im TIPI spielen konnten. Es hat mir unglaublich großen Spaß gemacht, diese Lieder zu singen und ich war ganz traurig, als es damit vorbei war. Was würde dir denn als nächstes Freude machen, fragte ich mich bei einem Joint auf der nächtlichen Couch und wusste ziemlich sofort: das wären die Songs von Peggy March. Da war die Idee geboren. Es war dann aber noch ein ziemlich langer Weg, bis daraus ein realisier- und vor allem finanzierbares Projekt wurde. Ein riesiges Dankeschön an meinen Mann Tobias Bonn, der die Show produziert hat und an meinen musikalischen Leiter Johannes Roloff, der von der Idee dazu von Anfang an so begeistert war wie ich selbst. Und an Danny Costello, unseren Choreografen, der in den Durchläufen dann aber auch als Co-Regisseur agiert und mich mit sehr viel Geduld und Hingabe unterstützt. Es ist ganz oft so, dass ich eine Idee habe, die mich total in Bann nimmt und mir keine Ruhe lässt, ich aber nicht weiss, wie sie sich umsetzten lässt, wie man vorgehen muss, damit aus der Idee eine geile Show wird. Das finden wir dann jeweils gemeinsam raus.

Die Idee hinter Peggy March

In deiner neuen Produktion steht Peggy March im Zentrum der Geschichte. Was hat dich dazu inspiriert, gerade sie als Ausgangspunkt für das Programm zu wählen? Gibt es eine persönliche Verbindung, eine besondere künstlerische Faszination oder vielleicht auch eine Geschichte hinter dieser Entscheidung?

Eigentlich steht nur die Musik von Peggy March im Zentrum. Da beginnen dann auch schon gleich die ersten Schwierigkeiten, denn Peggy war in den 60er und 70er Jahren unglaublich fleißig und produktiv. Ich glaube, in meinem ersten Entwurf waren 60 in Frage kommende Titel in der Playlist. Das geht natürlich nicht, das ist viel zu viel. Gleichzeitig war mir von Anfang an klar, dass ich, wenn ich diese Lieder singen will, meine persönliche Geschichte mit ihnen verbinden muss. Ich war ein kleiner Bub, als ich das erste Mal Peggy March zu hören bekam, bei unserer Nachbarin, der Frau Huggenberger. Entscheidend war zum Schluss, welche der vielen Titel sich am besten in meine eigene Geschichte einbauen lassen. Das erschien mir am Anfang sehr knifflig, ich habe lange Zeit immer wieder hin und her überlegt und manchmal Sorge gehabt, dass die Idee vielleicht nicht aufgeht. Aber irgendwann hat es klick gemacht, danach ging alles ganz schnell. Ich glaube, ich habe über einen Zeitraum von gut einem Jahr in meinem Kopf an dem Programm gebastelt (herumgepuzzelt trifft es eher) und es dann in ein paar wenigen Tagen niedergeschrieben.

Ensemble und Höhepunkte der Show

Mit wem wirst du diese neue Produktion auf der Bühne präsentieren? Die Geschwister Pfister stehen ja für eine Mischung aus musikalischer Virtuosität, Humor und Theater. Welche Mitwirkenden begleiten dich diesmal, und auf welche Höhepunkte dürfen sich die Zuschauer besonders freuen?

Mit der Jo Roloff Band natürlich, das sind Johannes Roloff (Piano), Jürgen Speedy Schäfer (Bass), Immo Hofmann Schlagzeug) und Gary Schmalzl (Gitarre). Und ich habe zwei ganz fantastische Tänzerinnen / Sängerinnen dabei, Chiara Cook und Carolin Schöneman, die als Peggys beste Freundinnen Katie und Barb die ganze Zeit singend und tanzend mit mir auf der Bühne sind. Was die Show ganz besonders macht, ist glaub ich aber der Umstand, dass alles, was ich auf der Bühne erzähle, autobiographisch ist, ich habe nichts dazu erfunden, es ist alles wahr. Das ist bei einer klassischen Pfistershow ja gar nicht der Fall, da behaupten wir jeweils das Blaue vom Himmel. Diesmal ist es anders. Bei den Proben konnte ich mir das anfänglich noch nicht so recht vorstellen. Es fühlt sich seltsam an, etwas zu proben, was gar nicht gespielt, sondern erinnert und erzählt wird. Mit der Zeit kam ich da aber in einen guten Fluss. Es war erfreulich und beruhigend festzustellen, dass die Band, als sie in den Endproben dazu kam, mir bei jedem Durchlauf interessiert zuhören mochte und sich dabei bestens zu amüsieren schien.

Kreativer Prozess

Du entwickelst seit vielen Jahren immer wieder neue Programme und überraschst dein Publikum regelmäßig mit frischen Ideen. Wie hat sich dein kreativer Prozess im Laufe der Zeit verändert? Arbeitest du heute anders an neuen Projekten als früher?

Ich folge viel mehr als früher meinem Instinkt. Gerade wenn eine Aufgabe schwierig ist und sich nicht auf Anhieb eine Lösung findet. Ich habe einen langen Atem und viel mehr Vertrauen als früher. Es reizt mich, einen Weg zu finden, der schlussendlich zu einer Lösung führt. Das wichtigste dabei – nebst der Unterstützung des Teams – ist die Zeit für mich, ich brauche viel davon. Dann kommt auf einmal ein Gefühl der Zuständigkeit dazu, eine Ahnung, dass es was werden kann. Das ist ein wunderbares Gefühl. Da lasse ich mir dann auch nicht mehr reinreden.

Weitere Projekte

Du bist bekannt dafür, äußerst vielseitig und aktiv zu sein – mit zahlreichen Auftritten, Produktionen und Projekten. Welche weiteren Programme oder Auftritte stehen in diesem Jahr noch auf deinem Kalender? Was kann das Publikum – neben der neuen Show – in nächster Zeit noch von dir beziehungsweise von den Geschwister Pfister erleben?

Wir spielen in diesem Jahr nur Wiederaufnahmen, zur Zeit gerade wieder „Frau Luna“, was vor 10 Jahren schon im TIPI in Berlin Premiere hatte. „Miss Merkel“, ein Krimi, indem ich als Angela Merkel und Tobi als Joachim Sauer zu sehen sind, wird von der Komödie am Ku’damm im Juni nochmal wiederaufgenommen und geht im Herbst auf Deutschlandtour. Pünktlich zum Münchner Oktoberfest gastieren wir mit dem Musical „Oktoberfest“ in der Komödie am Bayrischen Hof, eine Produktion des Berliner Renaissancetheaters, auch das eine Wiederaufnahme. Die nächste Pfistershow ist für Ende 2027 geplant, Pfisters & Friends ist der Arbeitstitel, das Thema soll Boybands und Girlgroups sein. Wir freuen uns schon drauf.

Das Interview führte Harald Frimmel-Walser vom XTRA!-Team.

Fotos: © Metropol | Tan Kadam

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