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„Abrakadabra“

Queere Schöpfungsfeier zelebriert Vielfalt als Teil von Gottes guter Schöpfung in Wien, Linz und Graz

Graz/Wien/Linz, September 2026 – mit einer neu entwickelten Liturgie verbindet die queere Schöpfungsfeier „Abrakadabra“ biblische Schöpfungserzählungen mit queeren Lebensrealitäten. Nach der Premiere am 12. September in Graz wird das ökumenische Projekt am 25. September im Kirchenschiff Wien und am 2. Oktober in Linz gefeiert. Kunst, Musik, Tanz und Performance erzählen dabei die Schöpfungsgeschichte aus einer queeren und befreiungstheologischen Perspektive neu.

Das kollaborative Format versteht Schöpfung nicht als abgeschlossene Geschichte, sondern als einen Prozess des Werdens und Sichtbarwerdens. In sieben Stationen, die von Licht, Wachstum, Beziehung, Entfaltung, Leben und Frieden erzählen, werden Queerness und Diversität als Ausdruck von Gottes guter Schöpfung erfahrbar. „Der festliche Charakter der queeren Schöpfungsfeier eröffnet einen neuen Blick auf die biblische Schöpfungserzählung, die durch queerfeindliche Auslegungen immer wieder zur Ausgrenzung queerer Menschen herangezogen wurde,“ erklärt Anson Samuel, Leiter des Projekts. „Mit Abrakadabra wollen wir gemeinsam einen liturgischen Raum schaffen, in dem wir sie aus queerer und befreiungstheologischer Perspektive neu hören, deuten und feiern“.

„Ich erschaffe, indem ich spreche“

Der Titel „Abrakadabra“ ist dabei Programm: Das Wort wird auf einen aramäischen Ausdruck mit der Bedeutung „Ich erschaffe, indem ich spreche“ zurückgeführt. Die Schöpfungsfeier greift diese Idee auf und fragt, was geschieht, wenn Menschen aussprechen, wer sie sind, und darin Selbstbestimmung und Freiheit erfahren. Als Leitmotiv zieht sich ein Gedanke aus Psalm 139 durch den Abend: „Am I a wonder!“ – das Staunen über das eigene Leben, über andere Menschen und über die Vielfalt menschlicher Existenz.

„Gott macht keine Unterschiede zwischen hetero- oder homosexuell. Die schöpfungstheologische Botschaft von ‚Abrakadabra‘ lautet: Du bist gut, so wie du bist“, sagt Katharina Payk, evangelische Hochschulpfarrerin und Mitorganisatorin. „Gerade in Zeiten erstarkender Ausgrenzungspolitik und wachsenden gesellschaftlichen Drucks auf queere Menschen ist diese Botschaft eine wichtige Ansage und Affirmation.“

Kunst und Performance als Formen des Erzählens

Künstlerische Ausdrucksformen sind ein zentraler Bestandteil von „Abrakadabra“. Musik, Performance, Lesung und Interaktion werden zu eigenständigen Formen des Storytellings und eröffnen neue Zugänge zur biblischen Schöpfungserzählung.

Dragqueen, DJ und Style-Ikone Miss Ivanka T. gestaltet die Schöpfungsfeier künstlerisch mit. Für rhythmische Impulse sorgen die Wiener Sambaschule Baturim in Wien und die internationale Samba-Percussion-Band BATALA Austria in Linz. Gemeinsam mit weiteren Mitwirkenden aus Kunst, Kirche und queeren Communitys machen sie die Vielfalt der Schöpfung hörbar, sichtbar und erlebbar. Zugleich setzt das Projekt auf Beteiligung und Begegnung. Kreative Mitmachstationen, Informationsangebote und eine gemeinsame Agape laden dazu ein mit einer After Party, nicht nur zuzuschauen, sondern selbst Teil des Abends zu werden. In Wien und Linz geht die Schöpfungsfeier anschließend in eine After-Show-Party über: Im Fania Live in Wien und in der HOSI Linz legt Miss Ivanka T. als DJ auf.

„Uns ist Teilhabe wichtig: Kirche soll als Ort des Miteinanders und der Begegnung erfahrbar sein“, sagt Hannelore Mayer, Fachreferentin für Beziehung und Familie, Schwerpunkt Regenbogenpastoral. „Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand jeden Sonntag einen Gottesdienst besucht oder Kirche bisher nur selten erlebt hat. Queere Menschen, Verbündete und alle, die auf der Suche sind, laden wir ein, diesen Raum für sich zu entdecken und Kirche neu zu erleben.“

Eingeladen sind queere Menschen, Verbündete, Regenbogenfamilien und alle, die Kirche als einen Ort erleben möchten, an dem unterschiedliche Lebensrealitäten Raum haben. In Wien und Linz geht die Schöpfungsfeier anschließend in eine After-Show-Party über: Im Fania Live in Wien und in der HOSI Linz legt Miss Ivanka T. als DJ auf.