Rainbow Ribbon durchtrennt
The Queer Embassy eröffnet als erster offizieller Queer Safer Space in der Geschichte des Eurovision Song Contest
Am 13. Mai wurde im Volksgarten Pavillon mit der feierlichen Durchtrennung des Rainbow Ribbons “The Queer Embassy” als erster queerer Safer Space und offizielle Side Event Zone des Eurovision Song Contest 2026 eröffnet. Ganz vorne mit dabei: Drag-Superstar Tia Kofi, der Popchor Wien sowie hochkarätige Stimmen aus Wiens Zivilgesellschaft.
Mit „The Queer Embassy“ hat die Vangardist agency am Mittwoch, den 13. Mai, den ersten Queeren Safer Space in der Geschichte des Eurovision Song Contest eröffnet. Im Beisein der Presse wurde der Rainbow Ribbon im historischen Volksgarten Pavillon am Heldenplatz feierlich durchtrennt und damit der Auftakt für eine Woche voller Clubbings, Public Viewings und Community-Programm gegeben.
Ein starkes Eröffnungs-Line-up
Ganz vorne beim symbolischen Schnitt stand Tia Kofi, britischer Drag-Star und Gewinnerin von „RuPaul’s Drag Race UK vs The World“ (Season 2), die bereits 2024 den Turquoise Carpet des ESC moderierte. Gemeinsam mit 15 lokalen Drag Queens und Glam Boys eröffnete sie die Side Event Zone. Musikalisch begleitet wurde der Akt vom Popchor Wien mit ESC-Klassikern und Pophymnen. Durch das Programm führte Comedian Sebastian Humi, Host der Show „Queer Comedy Boom“, Initiator des Rudolfsheimer Queer Bee Kleinkunstpreises und mit seinem Soloprogramm „Arabisch – Katholisch – Schwul“ auf Wiens Comedy-Bühnen zuhause.
In seiner Eröffnungsrede betonte Julian Wiehl, Leiter der Vangardist agency, die Bedeutung von Safer Spaces gerade in einer Zeit, in der physische und verbale Gewalt gegen LGBTIQ+ Personen wieder zugenommen hat. In seiner Funktion als Herausgeber erinnerte er die Medien daran, sich nicht an der Spaltung der Gesellschaft zu beteiligen und in Zeiten von Sparprogrammen keine Neiddebatte über Förderungen von Minderheiten Programmen zu schüren. Die Krisen dieser Welt bewältigen wir nur gemeinsam und eine Spaltung schadet am Ende allen. Denn man kann schneller als man denkt Opfer von Hass oder Gewalt werden.
Wortspenden aus der Community
Inhaltliche Statements steuerten zwei zentrale Persönlichkeiten der Wiener queeren und inklusiven Zivilgesellschaft bei:
Andreas Brunner, wissenschaftlicher Leiter von Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte, sprach über die aktuelle Ausstellung „United by Queerness“, mit der Qwien dem ESC und der queeren Verbundenheit Europas eine eigene historische Plattform gibt.
Monika Haider, Gründerin von equalizent und Initiatorin des Diversity Ball, sprach über gelebte Inklusion beim ESC. Equalizent ist Teil jenes Inklusions-Konsortiums, das für die Wiener Stadthalle die Vibrationswesten bereitstellt – Westen, die Musik über Bass und Rhythmus körperlich spürbar machen und so gehörlosen Personen das Live-Erlebnis ermöglichen.
Ein Zuhause für die Community während der ESC-Woche
Für den Eurovision Song Contest verwandelt sich der historische Volksgarten Pavillon in die zentrale Anlaufstelle für LGBTIQ+ Besucher:innen aus ganz Europa. Untertags wird über alle queeren Side Events informiert, am Abend gibt es unter dem Partylabel „Queers in the Garden“ Clubbings, Public Viewings und Afterparties. Highlight wird das Semi-Finale Viewing in der angrenzenden Säulenhalle bei sizilianischer Pizza von Pizza Senza Danza.
Die Zielgruppe ist dabei so inklusiv wie die Männer im Garten Partys: Gay, Lesbian, Queer, Trans, Non-Binary, Gender-Fluid, Drags, Bi-Boys und Bi-Girls, Straight Allies, und alle, die es noch werden wollen. Für trans Personen, Drags und Refugees ist der Eintritt kostenfrei.
Offen für alle
The Queer Embassy steht allen Delegationen, Künstler:innen und Fangruppen offen, die noch einen Ort für ein Zusammentreffen suchen. Der Einladung sind bereits die zwei größten Fanclubs gefolgt – sie werden zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs gemeinsam ein Treffen abhalten.
Warum es weiterhin Safer Spaces braucht
Die neue Studie „Queer in Wien II“ zeigt einen deutlichen Anstieg von Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen im öffentlichen Raum in Wien: 38 % der queeren Personen berichten von Diskriminierungs- oder Gewalterfahrungen innerhalb der letzten zwölf Monate, 50 % meiden bestimmte Orte in der Stadt, um sich sicherer zu fühlen. Gleichzeitig verschwinden immer mehr queere Lokale und Community Spaces – obwohl Sichtbarkeit und Zugehörigkeit für viele essenziell bleiben. Die Ergebnisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit sicherer und inklusiver Räume.
Das Programm der kommenden Tage
Donnerstag, 14. Mai – Halbfinale: Public Viewing + Pizza in der Säulenhalle
In der denkmalgeschützten Säulenhalle – einst Corti Café von 1822, heute prunkvoller Club – wird das erste Halbfinale auf der großen Videowall übertragen. Mit der legendären Pizza von Pizza Senza Danza und anschließendem Clubbing unter den charakteristischen Betonsäulen geht die Party bis 05:00 Uhr. Gruppentische für zwei Personen sind zu € 46,00 (€ 23,00 p. P.) buchbar. Stehplätze um € 20,00 und Afterparty-Tickets um € 16,00 ab 23:00 Uhr ebenfalls erhältlich.
Freitag, 15. Mai – ESC Fever: Clubbing im Volksgarten Pavillon
Zwischen den Halbfinalen und dem Finale eine Nacht im Gartenparty-Modus – ohne Viewing, nur Community, nur Garten, nur Pop.
Samstag, 16. Mai – The Grand Final
Der Höhepunkt der Woche. Ab 20:00 Uhr wird das ESC 2026 Grand Final live im Pavillon übertragen. Gartenparty-Flair unter den Kastanien, die ganze Community in einem Raum, die Höhen und Tiefen des Wettbewerbs gemeinsam gefeiert oder gemeinsam beweint. Im Anschluss Clubbing bis 04:00 Uhr: Wenn die Punkte nicht mehr zählen, finden alle auf derselben Tanzfläche wieder zusammen, jede:r mit den eigenen Favoriten im Gepäck, alle mit demselben Gefühl. Denn das ist der eigentliche ESC-Spirit: nicht wer gewinnt, sondern dass wir gemeinsam da sind.
Die Veranstalter
Männer im Garten, produziert von Vangardist ist seit 2016 die queere Gartenparty-Reihe Wiens und feiert 2026 ihr zehnjähriges Jubiläum. Die Reihe findet von Mai bis September jeden ersten Samstag im Monat im Volksgarten Pavillon statt und hat sich als wichtiger Safer Space der Wiener LGBTIQ+ Community etabliert. Mit „Queers in the Garden“ erweitert das Team diese Expertise auf das Format einer einwöchigen Side Event Zone, konzipiert für internationale Gäste, ESC-Fans und die lokale Community gleichermaßen.
Hardfacts
Was: Queers in the Garden – The Queer Embassy – Official Eurovision Song Contest Side Event Zone
Wann: 13. bis 16. Mai 2026
Wo: Queer Embassy im Volksgarten Pavillon, Heldenplatz, 1010 Wien (Mi/Fr/Sa) | Säulenhalle, Volksgarten, 1010 Wien (Do)
Tickets & Info: queer-esc.com
Free Entry for Trans, Drags and Refugees
Fotos: © Klaus Frimmel-Walser | www.blackboxxx.eu














